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«Ich gehe immer noch gerne in die Schule» - Interview mit Patrick Elsener zu seinem 25. Arbeitsjubiläum

Patrick Elsener, Primarschullehrer, feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum an der Schule Salenstein. Im Interview verrät er Schulkommissionsmitglied Daniela Lüchinger, wie sich sein Beruf gewandelt hat, und was er sich von den Kindern und Eltern wünscht.

Wie hast du selber deine Schulzeit empfunden?

Schön! Die Primarschule absolvierte ich in Buch bei Frauenfeld, die Sekundarschule in Hüttwilen – mit einem Zwischenstopp in der Realschule. Das zusätzliche Jahr tat mir gut. Das sage ich auch immer den Eltern: Es muss nicht unbedingt der direkte Weg sein. In Zug besuchte ich das Lehrerseminar. Während diesen fünf Jahren wohnte ich bei meiner Grossmutter. Wir waren fünf Kinder, alle wollten studieren. Das hat einiges gekostet. Auf meine erste Stelle als Lehrer bewarb ich mich in einer Zeit, in der es zu viele Lehrpersonen gab. Dennoch: Die zweite Bewerbung – das war in der Primarschule Bichelsee – schlug ein. Während vier Jahren unterrichtete ich dort die Unterstufe, danach zog es mich nach Salenstein.

Was gab den Ausschlag, dass du dich damals dazu entschlossen hast, Lehrer zu werden?

Das liegt wohl in den Genen. In meiner Verwandtschaft hat es einige Lehrer, insbesondere mein vier Jahre älterer Bruder. Das Lehrerseminar wurde auch mir schmackhaft gemacht. Da ich Menschen gerne mag, dachte ich: «Das ist sicher etwas für mich.» Rückblickend wäre wohl auch ein handwerklicher Beruf möglich gewesen – ich bin gerne im Baumarkt unterwegs.

Welcher Aspekt ist dir besonders wichtig beim Unterrichten, bzw. im Umgang mit Kindern?

Wohl das Wichtigste ist mir, dass die Kinder gerne in die Schule kommen. Wenn sie zurückblicken auf ihre Schulzeit, sollten sie wie ich sagen: «Es war schön und ich hatte Freude daran.» In unserer Leistungsgesellschaft steht das Lernen stark im Vordergrund. Humor ist mir auch wichtig. Und dass man die Kinder nicht nur lobt, sondern es ihnen direkt sagt, wenn etwas schlecht war. Die Welt besteht nicht nur aus Friede und Freude, darauf müssen sie vorbereitet sein.

Seit deiner Junglehrerzeit hat sich sicherlich einiges verändert. Was fällt dir beim Vergleich gestern zu heute am meisten auf?

Die Arbeit der Lehrpersonen hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Die Wertschätzung und der Respekt waren grösser. In Bichelsee hat mich ein Elternpaar doch tatsächlich noch mit «Herr Lehrer» angesprochen (lacht). Bei der Bedienung von elektronischen Medien kennen sich die heutigen Kinder bestens aus. Was jedoch je länger je mehr untergeht, ist ein anständiger Umgang miteinander. Die Erziehung muss von klein auf passieren, die Basis gehört in den Aufgabenbereich der Eltern. Leider muss ich immer mehr Zeit dazu verwenden, die Kinder «nachzuerziehen». Ich bin darum gespannt darauf, wie sich der Einsatz unseres neuen Schulsozialarbeiters auswirkt. Es ist gut zu wissen, dass eine Fachperson da ist, wenn es Probleme gibt.

Du arbeitest nun bereits 25 Jahre an der Schule Salenstein. Welche Dinge schätzt du an dieser Schule?

Ich habe einen guten Kontakt zu den Leuten im Dorf. Durch diesen Kontakt fühle ich mich eingebettet in die Schule und die Gemeinde. Wunderbar ist die Lage der Schule und deren gute Infrastruktur. Das Schulteam könnte grösser sein, daran habe ich mich mit den Jahren jedoch gewöhnt. Ich bin noch immer Lehrer, weil ich mich nicht als typischen Lehrer bezeichne. Lehrer sind ein eigenes Völkli.

Seit letzten Sommer gilt der neue Lehrplan der Volksschule Thurgau. Merken die Schülerinnen und Schüler etwas davon?

Kaum. Ich gebe nun nicht 180 Grad anders Schule. Die Richtung ist vorgegeben, die Änderungen setze ich allerdings bewusst und zielgerichtet ein. Bewährtes behalte ich bei, gleichzeitig bin ich offen für Neues.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir für dein Arbeitsumfeld wünschen?

Ich habe hier alles, was ich brauche. Freuen würde ich mich, wenn manche Eltern ihre Erziehungsaufgabe besser wahrnehmen würden. Als Junglehrer war ich – trotz geringerer Erfahrung – viel lockerer. Das wünsche ich mir manchmal zurück. Ich führe die dritte und vierte Klasse. Die Betreuung von zwei Klassen ist aufwendig, vergangenes Jahr hatte ich 27 Kinder im Zimmer. Es wäre schön, mal nur eine Klasse zu unterrichten. Trotz aller Höhen und Tiefen: Ich gehe immer noch gerne in die Schule. Salenstein ist ein cooles Dorf!


Jubiläum Patrick Elsener
Schuleinheit Kindergarten, Primarschule

Datum der Neuigkeit 21. Okt. 2018

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